Schreibnatur

Innere Ruhe und Achtsamkeit schreibend in der Natur erfahren

  • Seelenwind

    Wolkige Winde wallen virulent

    ins irdische Irrlicht,

    wo wahre Wahrheit wahrlich wundert.

    So süße Seelensegel spiegeln sich selten.

  • Waldgeflüster

    Zischendes Säuseln

    Baumgeflüster.

    Wogender Wind

    Waldgespenster.

    Faulendes Holz

    Farngesichter.

  • Alternder Baum

    Würdevoll steht er da.

    Krumm, aber stark.

    Genährt von Geschichten.

    Gezeichnet von Wunden.

    Doch er steht.

    Würdevoll.

  • Verklingender Sommerreigen

    Wälderrauschen dringt an mein Ohr.

    Blattgeraschel in Farben voller Güte.

    Ein verklingender Sommerreigen erfüllt die Luft.

    Die Melodie des Herbstes singt sich in mein Gemüt.

  • Zersplitterndes Selbst

    Verkrustetes Gefüge

    bricht an einer langen Naht

    entzwei.

    Wie in einem Schlund wird es

    zu Boden gesaugt.

    Vermengt mit dem Schweiße

    der Tränen.

    Stoisch betrachtet von der Augenglut

    eines zersplitternden Selbst.

  • Sommergras

    Durch die Wiese taumeln

    im Sommergras.

    Ein Kitzeln in der Nase.

    Ein Blinzeln ins Licht.

    Ein Lächeln im Gesicht.

    Heupieksende Füße

    tanzen in die Ewigkeit.

  • Sonnenglanz

    Sonnenglanz

    erhellt

    mein Gemüt.

    Spuren des Glücks

    durchziehen

    mein Sein.

    Wie lange

    vermag es

    zu leuchten?

  • Holzmänner

    Sie treten hervor

    stumpf und kahl.

    Riesen.

    Graue Wesen aus Holz.

    Rund und stolz

    stehen sie

    schweigend

    im Wald.

  • Zauberwald

    Flüsternd zaubert sich der Wald durch Flure und Felder.

    Auf jeder Zunge ein Geheimnis tragend.

    Leise der Wind durch die Kronen streicht,

    ein Adler majestätisch am Horizont kreist.

  • Wegwarte

    Die Heilpflanze des Jahres 2020, auch unter dem Namen Zichorie bekannt, leuchtet mit ihren lanzettenförmigen Blütenblättern in blauvioletten Farben am Wegesrand. Sie öffnet meist vormittags für vier bis sieben Stunden ihr Blütenköpfchen. Bereits Paracelsus rühmte ihre Heilkraft für Leber, Galle und Milz. Sie wird aber auch bei Hautkrankheiten eingesetzt. Mit dem Cicorée verwandt, wurde die Zichorie bereits im alten Ägypten als Heil- und Salatpflanze genutzt. Aus den unterirdischen Wurzeln lässt sich – getrocknet, gemahlen und geröstet – der Zichorienkaffee gewinnen.